Fütterungsverbot seit 1994 — aber nur fünf betreute Schläge für das gesamte Stadtgebiet. Wo kein Schlag ist, gibt es weder Futter noch Geburtenkontrolle.
Von der Stadt beauftragte 5-Jahres-Studie (Bioplan, Sep. 2025). Das Fütterungsverbot gilt überall gleich — der Unterschied: ob ein betreuter Schlag in der Nähe ist.
Zwei weitere Standorte (Schul- und Sportamt, Heinrich-Meidinger-Schule) wurden ebenfalls untersucht, aber durch 2021 hinzugenommene Quarantäneräume sind die Zähldaten nicht vergleichbar.
„Die Einrichtung zusätzlicher betreuter Taubenschläge im Bereich der weiteren Hotspots könnte dazu beitragen, die Taubenbewegungen besser zu steuern und die Population gezielter zu kontrollieren." — Bioplan Endbericht, Sep. 2025
Quellen: Bioplan Endbericht, Sep. 2025, Informationsvorlage 2025/1019 — via Sitzungskalender
Karlsruhe beruft sich auf das „Augsburger Modell" — aber Augsburg ergänzt sein Fütterungsverbot mit flächendeckender Infrastruktur:
In Augsburg sinkt die Zahl der entnommenen Eier über die Jahre — von 13.000 (2013) auf ca. 6.200. Zwischen 2001 und 2016 wurden insgesamt ~109.400 Eier ausgetauscht. Die Population schrumpft nachweislich — bei flächendeckender Infrastruktur mit 12–14 Schlägen an allen Brennpunkten.
In Karlsruhe konzentrieren sich die fünf Schläge und Türme auf die westliche Innenstadt. Dort sinken die Populationen nachweislich. An Hotspots ohne Schlag greift das Fütterungsverbot, aber weder Geburtenkontrolle noch kontrollierte Fütterung.
Quellen: augsburg.de, Tierheim Augsburg, 2024, berlin.de, 2023, StaZ, ~2020
Die Analyse-Radien (300 m / 500 m / 1 km) basieren auf der publizierten Forschung zum Raumverhalten von Stadttauben:
Rose, Nagel & Haag-Wackernagel (2006) — GPS-Tracking verwilderter Stadttauben in Basel. Standardreferenz für urbanes Tauben-Raumverhalten, bis heute in aktuellen Publikationen zitiert und nicht widerlegt.
Behavioral Ecology and Sociobiology, 2006
Yen et al. (2018) — Genomische Studie in Singapur. Bestätigt die Basler Ergebnisse: genetische Patchgröße ~3 km, 92,5% suchten innerhalb von 2 km nach Nahrung.
Sol & Senar (1995) — Home-Range: 1,64 ha. Konsistent als Baseline in moderner Literatur zitiert (z.B. Carlen et al. 2021).
Giunchi et al. (2012) — Pendelflüge 3–20 km, aber ländlich/landwirtschaftlich — nicht typisches urbanes Verhalten. 1 km ist bereits großzügig für den städtischen Kontext.
Fazit: 300 m = starke Anbindung, 500 m = mäßig, 1 km = theoretisches Maximum für regelmäßige urbane Nutzung.
Lokale Daten aus städtischen Dokumenten, Presseberichten und wissenschaftlichen Studien.
Stadtverwaltung & Studie:
Presse & Berichte:
Augsburg-Vergleich:
Wissenschaftliche Studien siehe „Wissenschaftliche Grundlage" oben.
Turmkoordinaten aus städtischen Dokumenten. Stadttauben sind standorttreu: 92,5% fliegen weniger als 2 km, ein Drittel bleibt innerhalb von 300 m (Rose et al. 2006, bestätigt durch Yen et al. 2018). Die Karte zeigt die fünf aktiven Taubentürme sowie die von Bioplan untersuchten Zählstandorte und Hotspots.